Manchmal ist es einfach zu viel – Gedanken über innere Unruhe
- Jafeth Mariani
- vor 5 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Wenn das Leben sich nicht leicht anfühlt
Ich wollte dieses Leben nicht.Und genau deshalb habe ich es so lange behalten.
Es gibt Menschen, die schon früh merken:Die Welt ist laut.Gedanken sind schnell.Gefühle intensiv.Und Ruhe fühlt sich nicht selbstverständlich an.
Menschen bleiben nicht, weil sie blind sind.Sie bleiben, weil Loslassen Identität kostet.Weil man gelernt hat zu funktionieren.Weil Anpassung irgendwann sicherer wirkt, als man selbst zu sein.

Zu viel oder nur ungekannt?
Lange wusste ich nicht, wie ich meine innere Unruhe einordnen soll.Ich dachte, ich sei zu empfindlich, zu sprunghaft, zu viel.Also wurde ich leiser. Angepasster. „Normaler“.
Doch innerlich blieb dieses permanente Ziehen, diese Spannung, dieses Nicht-Ankommen.
Heute weiß ich:Manche Menschen nehmen das Leben intensiver wahr.
Verstehen statt Etikettieren
Wenn ich das Wort ADHS benutze, dann nicht, um mich festzulegen oder ein Etikett zu tragen.Sondern um Verständnis zu öffnen – für das Erleben dahinter.
Nicht jeder ist laut.Nicht jeder ist auffällig.Viele kämpfen still – mit Erschöpfung, Selbstzweifeln und dem Gefühl, immer ein bisschen daneben zu stehen.
ADHS ist ein Teil meiner Geschichte.Aber nicht die ganze.
Wenn der Körper nicht mehr zur Ruhe kommt
Was mich besonders berührt, sind die Spuren, die entstehen können, wenn man sich lange unverstanden fühlt.
Wenn der Körper nicht mehr abschaltet.Wenn Gedanken keine Pausen kennen.Wenn man ständig unter Spannung steht – selbst in Momenten, die ruhig sein dürften.
Viele Menschen, die zu mir kommen, beschreiben genau das:immer im Kopf, kaum im Körper, kaum bei sich.
Gerade Mütter tragen so viel
Gerade Mütter tragen oft unglaublich viel.Sie halten aus, kümmern sich, organisieren, funktionieren –und verlieren dabei manchmal den Kontakt zu sich selbst.
In meiner Arbeit erlebe ich immer wieder, wie heilsam es sein kann, den Körper wieder einzubeziehen.Langsam.Achtsam.Ohne Druck.Einfach wieder spüren, was da ist.
Die Entscheidung für mich
Meine größte Entscheidung war nicht, mein Leben radikal zu verändern.Meine größte Entscheidung war:
Ich wähle mich.Ich bin es mir wert.Ich akzeptiere mich – mit all meinen Gefühlen.
Denn Gefühle sind keine Schwäche.Schmerz, Trauer und innere Unruhe wollen gehört werden.In ihnen steckt eine Geschichte. Eine Wahrheit.
Stille als Wendepunkt
Manchmal braucht es einen Ort der Stille,um sich selbst wieder zu hören.Um dem inneren Prozess zuzuhören.Um zu verstehen, was Stress, Druck und Erwartungen wirklich mit uns machen.
Altes loszulassen bedeutet nicht zu verlieren.Es bedeutet, Raum zu schaffen:für Zuversicht,für Freiheit,für ein Leben, das sich echt anfühlt.
Abschluss
Dieser Text ist kein fertiger Weg – sondern ein sanfter Einstieg.Hier wird es auch um Beziehungen gehen.Um Trauer.Um Veränderung.Und um das Wiederentdecken der eigenen Persönlichkeit.
Heute wollte ich nur eines sagen:
Du bist nicht falsch, nur weil du anders fühlst.Und manchmal beginnt Veränderung genau dort –wo wir uns selbst zum ersten Mal wirklich zuhören.




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