In Liebe loslassen - Teil 2: Grenzen ohne Kälte
- Katrin Eilenberger

- vor 1 Stunde
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Lange dachte ich, Liebe bedeute, alles auszuhalten.
Alles zu tragen.
Alles zu verzeihen, sofort und bedingungslos.
Doch ich habe gelernt:
Liebe ohne Grenzen verliert ihre Kraft.
Gerade wenn Adoption Teil unserer Geschichte ist,
wenn frühe Brüche da waren,
wenn Bindung nicht selbstverständlich wuchs –
dann wird jede Grenze zu einem Test.
Bleibst du, wenn ich dich wegstoße?
Bleibst du, wenn ich laut werde?
Bleibst du, wenn ich dich provoziere?
Und wenn ADHS dazukommt –
Impulsivität, innere Rastlosigkeit, schnelle Überforderung –
dann ist Verhalten oft lauter als das, was dahinter liegt.
Früher reagierte ich auf das Verhalten.
Heute versuche ich, den Schmerz dahinter zu sehen.
Grenzen ohne Kälte bedeuten:
Ich sage „Nein“, ohne dich abzulehnen.
Ich stoppe ein Verhalten, ohne deine Würde zu verletzen.
Ich lasse mich nicht manipulieren, aber ich bleibe ansprechbar.
Ich habe verstanden:
Konsequenz darf ruhig sein.
Stabilität braucht keine Härte.
Ein klares „So nicht“ kann wärmer sein als ein erschöpftes „Na gut“.
Du bist nicht dein Chaos.
Du bist nicht deine Impulse.
Und ich bin nicht deine Gegnerin.
Ich bin die Konstante.
Nicht perfekt.
Aber verlässlich.




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