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In Liebe loslassen – eine Nacht

Meine Geschichte kann Deine Chance sein-so war es bei mir und bei Dir darf es anders sein


Ich biete Dir den Raum für Dich




Es war 2:17 Uhr.


Ich weiß das so genau,


weil ich seit einer Stunde auf die Uhr gestarrt hatte.


Das Haus war still.


Zu still.


Und in dieser Stille wurden meine Gedanken laut.


Ich fragte mich, wo du gerade innerlich warst.


Ob du schläfst.


Ob du kämpfst.


Ob du wieder gegen dich selbst sprichst.


Ich lag da und ging alles durch.


Die frühen Jahre.


Die Übergaben.


Die Arzttermine.


Die Schulgespräche.


Die Diskussionen.


Die Türen, die geknallt sind.


Und dann kam sie.


Die Schuld.


„Du hättest es früher merken müssen.“


„Du warst manchmal zu streng.“


„Manchmal zu erschöpft.“


„Manchmal nicht feinfühlig genug.“


In dieser Nacht fühlte ich mich nicht wie eine starke Mutter.


Ich fühlte mich klein.


Adoption bedeutet, ein Kind zu lieben,


das schon Erfahrungen gemacht hat,


die man nicht rückgängig machen kann.


ADHS bedeutet,


dass jeder Tag mehr Energie kostet,


als Außenstehende je sehen.


Und Sucht…


Sucht bedeutet,


dass man zusieht, wie das eigene Kind


etwas benutzt, um mit einem inneren Sturm klarzukommen,


den man selbst nicht beruhigen kann.


In dieser Nacht wollte ich aufstehen und alles kontrollieren.


Dein Handy durchsuchen.


Deine Taschen prüfen.


Sicherstellen, dass nichts passiert.


Aber ich blieb liegen.


Nicht aus Gleichgültigkeit.


Sondern weil ich langsam verstehe:


Kontrolle ist nicht dasselbe wie Sicherheit.


Und Angst ist kein guter Ratgeber.


Ich bin deine Mutter.


Nicht dein Überwachungssystem.


Nicht dein Rettungsdienst.


Nicht deine letzte Barriere gegen dich selbst.


Ich kann dich lieben.


Ich kann dir Grenzen geben.


Ich kann da sein.


Aber ich kann nicht dein inneres Loch füllen.


Nicht deine Entscheidungen leben.


Nicht deine Verantwortung tragen.


Um 3:04 Uhr habe ich etwas getan,


das schwerer war als jedes Kontrollieren:


Ich habe losgelassen.


Nicht dich.


Sondern die Vorstellung,


ich müsste alles verhindern können.


Ich habe mir leise gesagt:


„Ich habe geliebt, so gut ich konnte.“


„Ich lerne immer noch.“


„Ich darf unperfekt sein.“


Und irgendwann bin ich eingeschlafen.


Am nächsten Morgen saßest du am Tisch.


Müde.


Verletzlich.


Lebendig.


Und ich verstand:


Ich brauche keine perfekte Vergangenheit.


Ich brauche Präsenz im Heute.


In meiner Heilkundlichen Praxis Katrin Eilenberger begegnen mir viele Nächte wie diese –


nur in anderen Häusern.


Andere Mütter.


Andere Väter.


Die gleichen Gedanken.


Die gleiche Angst.


Die gleiche Liebe.


Wenn du solche Nächte kennst:


Du bist nicht schwach.


Du bist nicht schuld.


Du bist eine Mutter, die liebt.


Und manchmal beginnt alles damit,


dass wir lernen,


in Liebe loszulassen –


ohne kalt zu werden.


Heilkundliche Praxis Katrin Eilenberger


Ein Raum für Familien, die zwischen Angst und Vertrauen stehen.


 
 
 

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